Lieferengpässe: Rückschlag für Unternehmer

Eine Umfrage des Arbeitgeberverbandes Lüdenscheid im November zeigt: Massive Versorgungs- und Lieferengpässe sind ein schwerer Rückschlag für die wirtschaftliche Erholung.

Märkischer Kreis. „Fast jeder Betrieb in der Metall- und Elektro-Industrie in unserer Region ist betroffen“, stellt AGV-Geschäftsführer Christian Lepping fest. Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie haben mit erheblichen Versorgungs- und Lieferengpässen zu kämpfen. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter den Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie im südlichen Märkischen Kreis sind eindeutig. Das regionale Stimmungsbild spiegelt die entsprechenden Trends auf Landes- und Bundesebene wider.

Die aktuelle Lage in den Unternehmen ist angespannt, so Lepping. Über alle Branchen und Betriebsgrößen hinweg sei fast jeder Betrieb betroffen, die Unternehmen berichteten von einer „mittleren“ (43 Prozent) oder sogar „starken“ (26 Prozent) Beeinträchtigung ihrer Geschäftstätigkeit. Metalle und Bleche, Aluminium und Stahl, Elektronikbauteile und Halbleiter, Kunststoffe, Kartonage und Verpackungsmaterial – viele Vorprodukte, Rohstoffe und Materialien seien nicht (60 Prozent), nicht in ausreichender Menge (75 Prozent), nicht rechtzeitig (100 Prozent) oder nur zu deutlich gestiegenen Einkaufspreisen (90 Prozent) verfügbar.

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Mit den Versorgungsproblemen seien die Unternehmen im Schnitt bereits seit 5,5 Monaten konfrontiert. „Die Lieferprobleme werden sich auf die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung des wichtigsten Industriezweigs in unserer Region bis weit in das nächste Jahr auswirken“, erklärte Lepping. Der Umfrage zufolge sehen alle teilnehmenden Unternehmen kein Ende der Versorgungsengpässe. „Eine zu 100 Prozent übereinstimmende, und zwar negative Beurteilung ist außergewöhnlich“, so Lepping.

Hinzu komme der Anstieg der Materialpreise. Im Durchschnitt der Betriebe liege der durchschnittliche Anstieg bei 46 Prozent. Ausweislich der Umfrage könnten nur fünf Prozent der Betriebe diese Kostensteigerung in voller Höhe an Kunden weitergeben. „Damit sind die vielen kleinen und mittleren Unternehmen unserer Region nochmals stärker von den gestiegenen Materialpreisen betroffen als etwa der auch schon stark gebeutelte Landesdurchschnitt (dort 14 Prozent)“, macht Lepping deutlich. Mit Blick auf den näherkommenden Jahresabschluss erwarten die Unternehmen aufgrund der Lieferengpässe durchschnittlich 9 Prozent weniger Umsatz im Jahr 2021.

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