Steigerung der Briefwahlzahlen im Süden des Kreises

Waren es bei der Bundestagswahl 1957, als die Briefwahl eingeführt wurde, keine 5 Prozent, die diesen Service in Anspruch nahmen, zeigen die heutigen Zahlen ein ganz anderes Bild.

Märkischer Kreis. Die Tendenz, sich den Urnengang am Wahlsonntag per Briefwahl zu ersparen, nimmt zu. Die anstehende Landtagswahl macht dies überaus deutlich. So zeigt sich auch in den Städten Halver, Kierspe, Meinerzhagen und der Gemeinde Schalksmühle zweieinhalb Wochen vor der eigentlichen Wahl, dass Briefwahlen stetig zunehmen.

Die Städte und Gemeinden im Einzelnen.

Halver:

Waren es bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2017 noch insgesamt 2751 Bürger, die per Briefwahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten, sind es schon jetzt 2993 (Stand: 27. April). Auf Nachfrage von LokalDirekt bestätigte Andrea Reich, in deren Zuständigkeitsbereiche auch die Wahl fällt: „Die Corona-Pandemie trug ihr Übriges – etwa bei der letzten Bundestagswahl – dazu bei. Da wusste der Bürger oft nicht, ob eine Teilnahme bei der Wahl überhaupt möglich ist. Eine Corona-Erkrankung hätte den Urnengang verhindern können, ebenso wie eine kurzfristig verordnete Quarantäne.“ 

Bei der Einführung war die Briefwahl vor allem für alte, kranke oder behinderte Menschen gedacht. Später kamen jene hinzu, die am Wahltag verhindert waren (etwa durch Urlaub). Heute sieht das Ganze etwas anders aus: „Es ist überaus bequem und wird auch durch das Scannen des QR-Codes auf der Wahlbenachrichtigung und der Bearbeitung über ein Online-Portal noch zusätzlich vereinfacht“, weiß Andrea Reich. 

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Schalksmühle:

Bei einem Vergleich der Zahlen der letzten Landtagswahl von 2017 mit den bereits vorliegenden Daten, wird deutlich, dass auch in Schalksmühle, die Zahl der Briefwähler stark ansteigt. Schon 2017 hatten sich von den 8245 Wahlberechtigten 26 Prozent bzw. 2117 Wähler für die Briefvariante entschieden. In Relation zu den tatsächlichen Wählern – es waren 5601 – ergibt sich eine Zahl von fast 38 Prozent. 

Bei den rund 8100 Wahlberechtigten für die Landtagswahl 2022 zeigt sich eine deutliche Steigerung. Denn: Stand 27. April (16 Uhr) liegt die Zahl der Briefwähler mit 2254 schon jetzt bei 28 Prozent der gesamten Wahlberechtigten. Laut Sabrina Knappe, in der Gemeindeverwaltung auch für die Wahl mitverantwortlich, sei es „auch interessant, dass sogar viele ältere Menschen anrufen und danach fragen, wie der QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung funktioniert und ganz begeistert sind, wie einfach das Verfahren ist.“ 

„Durch die Zunahme von Briefwahlen sind auch weniger Wahlhelfer von Nöten und so hat die Gemeinde auch bereits die Wahllokale um ein weiteres auf sechs reduziert“, stellt Sabrina Knappe abschließend fest. 

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Kierspe:

Auch Anja Kluth, bei der Stadt Kierspe für die Wahl mitverantwortlich, bestätigt eine „steigende Tendenz“. Laut ihren Angaben gegenüber LokalDirekt „gibt es bei der Landtagswahl 2022 in der Stadt 11.926 Wahlberechtigte und schon jetzt haben 2192 Personen die Briefwahl beantragt“ (Stand 27. April, 15.30 Uhr).

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2017 gab es 12.117 Wahlberechtigte, von denen 6920 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten. Davon waren mit 2301 Personen ziemlich exakt ein Drittel Briefwähler. Von den 11.909 Wahlberechtigten bei der Bundestagswahl 2021 nahmen 8496 ihr Stimmrecht wahr, von denen mit 4260 Personen schon knapp über die Hälfte per Briefwahl abstimmten.

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Meinerzhagen

Cynthia Macke, von der Stadtverwaltung Meinerzhagen, bestätigt: „Aktuell haben 2745 Wähler die Briefwahl beantragt. Zum Vergleich: Bei der letzten Landtagswahl waren es insgesamt 2793 Wähler (Stand: 27.4.).“ 

2017 gab es im Stadtgebiet 14.736 Wahlberechtigte, aber nur 8776 Wähler nahmen ihr Recht war und fast ein Drittel stimmte per Briefwahl ab. „Auch in diesem Jahr wird die Tendenz deutlich zunehmen,“ sagt Cynthia Macke.

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