SIHK: Erklärung zur A45-Vollsperrung

Die SIHK fordert gemeinsam mit anderen Verbänden jetzt schnellstmöglich alle Voraussetzungen für einen zügigen Neubau der Rahmedebrücke zu schaffen.

Märkischer Kreis. Im Anschluss an das Spitzengespräch zur Vollsperrung der A45 am Montag (13. Dezember) in Lüdenscheid haben sich die SIHK zu Hagen, der Märkische Arbeitgeberverband, der Arbeitgeberverband Lüdenscheid, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Ruhr-Mark, die Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis und Hagen, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Westfalen und der Sauerland-Tourismus auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. 

Diese Erklärung veröffentlichen wir nachfolgend im Wortlaut:

Gemeinsame Erklärung zur A45-Vollsperrung bei Lüdenscheid
und zum notwendigen Neubau der Rahmede-Brücke 

Mit der Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid ist der Lebens- und Wirtschaftsrhythmus der immer noch vom Hochwasser geschädigten Wirtschaftsregion Südwestfalen maßgeblich aus dem Takt geraten.

  • Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen täglich deutlich längere Zeiten für den Weg zur Arbeit in Kauf nehmen. Die Ruhr-Sieg-Schienenstrecke und die Schienenverbindung zwischen Hagen und Lüdenscheid sind weiterhin wegen Hochwasserschäden unterbrochen und können keine maßgebliche Entlastung bringen.
  • Die Einzelhandelsstandorte an den überlasteten Umleitungsstrecken leiden ausgerechnet im vorweihnachtlichen Geschäft, weil Kunden nicht die Geschäfte erreichen. Ebenso fürchten Tourismusziele, dass anreisende Gäste die Region aufgrund der Verkehrslage in und um Lüdenscheid meiden.
  • Umleitungsverkehre belasten die Infrastruktur auch in kleineren Gemeinden immens und werden einen erheblichen Sanierungsbedarf nach sich ziehen.
  • Gewerbliche Fahrten von Handwerksbetrieben, Taxidiensten, Pflegediensten, Kurierfahrten usw. in und zwischen den Kommunen sind gestört, Aufträge können nicht abgearbeitet werden.
  • Ein Fundament Südwestfalens als stärkste Industrieregion NRWs ist der interregionale Straßengüterverkehr, für den die alte Rahmede-Brücke dauerhaft gesperrt sein wird. Das dichte regionale Wertschöpfungsnetz insbesondere der Industrie Südwestfalens hängt jedoch existenziell am reibungslosen Verkehr auf der A 45, wenn Werkstoffe und Materialien in verschiedenen Fertigungsstufen bspw. zwischen Hagen, Lüdenscheid, Werdohl oder Plettenberg mehrfach täglich in Pendelfahrten transportiert werden.
  • Zudem sind überregionale Logistikketten getroffen, die stundengenau an Übergabepunkten in der ganzen Republik getaktet sind. Diese drohen deutschlandweit aus dem Takt zu geraten. Hinzu kommt, dass zahlreiche Kunden der regionalen Industrie eher im Süden der Bundesrepublik liegen und Unternehmen um die Pünktlichkeit der bestellten Liefermengen fürchten.

Die zukünftige Entwicklung des Wirtschafts- und Industriestandorts Südwestfalen – mit seinen ohnehin vorhandenen infrastrukturrellen und demografischen Herausforderungen – hängt entscheidend davon ab, wie schnell der Neubau der Rahmede-Brücke gelingt.

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Deshalb fordern wir:

  • Die Politik muss mit höchster Priorität alle Voraussetzungen für einen schnellen Neubau der Rahmede-Brücke auf der A45 bei Lüdenscheid schaffen. Der Ersatz eines bestehenden Bauwerks darf nicht unter das übliche Genehmigungs- und Planungsregime inkl. Beschaffungsvorgaben, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Planfeststellung fallen. Es muss ein neuer Rechts-, Genehmigungs- und Planungsrahmen in Kraft gesetzt werden, der einen schnellen Neubau der Rahmede-Brücke sicherstellt.
  • Es ist eine Bündelung von Verwaltungs-, Planungs-, Genehmigungs- und Bauressourcen notwendig, die politisch unterstützt und priorisiert werden muss. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die jeden Tag, an dem der Verkehr nicht reibungslos über diese Lebensader Südwestfalens laufen kann, stehen in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, der jetzt in Kauf genommen werden muss.
  • Die Landesregierung muss ein Bündnis von Bundes- und Landesverkehrsministerium, Kommunen, Kreisen, Abgeordneten, Gewerkschaften, Wirtschaft und Kammern, Handwerk und weiteren Beteiligten zum Neubau der Rahmede-Brücke und weiteren baugleichen und gefährdeten Brücken entlang der A 45 ins Leben rufen.
  • Für den PKW-Verkehr muss die Freigabe der A 45 schnellstmöglichst erfolgen. Die hierfür erforderlichen Arbeiten und Ressourcen müssen unverzüglich mit höchster Priorität aufgenommen bzw. zur Verfügung gestellt werden. 

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