Boostern im Kreis: Rückkehr zum Impfzentrum?

Deutschland befindet sich im Corona-Ausnahmezustand. Die Infektionszahlen steigen in nie da gewesene Höhen, die Intensivstationen füllen sich. Die Booster-Impfung soll Entspannung bringen, doch wie kommt man dran?

Märkischer Kreis. Jens Spahn möchte Deutschland „in einen sicheren Winter boostern“. Mehr als jeder zweite Geimpfte soll laut Plänen der Bundesregierung und des Corona-Krisenstabs demnach bis Weihnachten die sogenannte Booster-Impfung erhalten haben, um die vierte Welle zu brechen. Das Beispiel Israel zeigt, dass ein schneller Booster-Fortschritt deutliche Erfolge erzielen kann.

Aber: Bei mehreren Millionen zu verabreichenden Impfdosen (im Märkischen Kreises sind es einige Tausend) bis zum Jahresende muss auch geklärt sein, wo Bürger sich den dritten Piks setzen lassen können. Denn: Impfzentren sind geschlossen, Impfbusse zwar vermehrt aber für einen Impferfolg noch nicht ausreichend unterwegs und die Lage in den Praxen weiterhin auf maximaler Auslastung, auch ohne Corona.

Anspruch auf eine Boosterimpfung haben alle zweifach geimpften Bürger ab 18 Jahren. So empfiehlt es die StiKo am 18. November, mit dem Aufruf, sich „dringend“ impfen zu lassen. Voraussetzung ist, dass die dritte Impfung frühestens sechs Monate nach vollständiger Grundimmunisierung erfolgt.

[[ad-placeholder]]

Die Lösung könnte eine Wiedereröffnung der Impfzentren sein, zu Beginn der Impfkampagne Anfang des Jahres hatten sich in den Zentren Lüdenscheid und Iserlohn viele Bürger dort immunisieren lassen. Allerdings: Die Pressestelle des Märkischen Kreises sagte auf Anfrage von LokalDirekt, es sei derzeit keine Reaktivierung der Impfzentren geplant. Man richte sich, so Pressesprecher Alexander Banger, nach den Vorgaben des Landes NRW. Und denen zufolge sei die Rückkehr zum Impfzentrum nicht vorgesehen.

Vielmehr setze man auf dezentrale Angebote im Zusammenhang mit den Städten und Gemeinden. Über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wolle man entsprechende Angebote organisieren. Konkret bedeutet das, niedergelassene Ärzte sollen die Boosterimpfungen durchführen. Zudem wolle man die Frequenz der Impfbusse in den Städten erhöhen. In den Bussen können, anders als noch in der vergangenen Woche, nicht mehr nur Grundimmunisierungen, sondern nun auch Drittimpfungen durchgeführt werden.

Sollte es die Erlasslage des Landes NRW vorgeben, sei es aber durchaus organisatorisch möglich, die Impfzentren in den Kreisstädten zu reaktivieren, so Banger.

[[ad-placeholder]]